(Un)nützes Wissen - Buchen feiert!

(Un)nützes Wissen

Sie wollen sich ein wenig mit Ihrem profunden Wissen über Buchen brüsten?

Kein Problem. Wir veröffentlichen hier jede Woche dienstags um 10 Uhr ein neues Häppchen mit (un)nützem Wissen rund um Buchen. 2023 widmen wir uns im Wesentlichen der Kernstadt. Die 52 Wochen 2024 füllen wir mit Interessantem rund um unsere Stadtteile.

Jede Woche mehr (un)nützes Wissen rund um Buchen entdecken – einfach jede Woche wieder vorbeischauen!

Unsere bisherigen Portionen mit (un)nützem Wissen:

Spanische Krankheit

Wussten Sie, dass Buchen einmal von einer spanischen Krankheit betroffen war?

Von den verheerenden Auswirkungen der Influenza-Pandemie von 1918 bis 1920 war natürlich auch die Stadt Buchen betroffen. Vor allem die zweite Welle des höchst ansteckenden Influenzavirus, das durch die liberalen, spanischen Medien bekannt wurde und dadurch seine umgangssprachliche Bezeichnung erhielt, führte in der Buchener Region im Herbst 1918 zu einer außergewöhnlich hohen Sterblichkeit. In der Stadt Buchen mit seinen heutigen Stadtteilen lag die Sterblichkeit im Oktober 1918 4,23-mal höher als im gleichen Monat im Jahr 1917 und 3,24-mal höher als im Oktober 1919.

Quelle: Wartturm 2020 Nr. 2

Schmuckindustrie

Wussten Sie, dass Buchen beinahe zu einem Zentrum der Schmuckindustrie geworden wäre?

Gablonz, eine Stadt in Böhmen, galt seit Jahrhunderten als ein Zentrum der Glas- und Schmuckwarenindustrie. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die dortige deutsche Bevölkerung ihre Heimatstadt verlassen. Die Stadt Buchen bemühte sich ab dem Jahr 1950 darum, die Gablonzer Schmuckindustrie in Buchen anzusiedeln. Hierzu wurde bereits eine eigene Siedlung auf dem Gückelberg geplant. Die Bemühungen scheiterten unter anderem durch fehlende Förderungen des Bundes und des Landes. Die Ablehnung von hohen Zuschüssen machte das Projekt für die Stadt schlicht unfinanzierbar.

Quelle: Heimatbuch 1250 Jahre Buchen

Galgenstricke

Wussten Sie, dass in Buchen wieder ein Galgen steht?

Seit dem Mittelalter war die Stadt Buchen Standort eines Zentgerichts. Die Zent Buchen umfasste zeitweilig 17 Orte und hatte natürlich auch eine Richtstätte. Der Buchener Galgen befand sich südwestlich der Altstadt. Gewannnamen wie “Galgenberg” weisen noch heute auf die ehemalige Stätte hin. Erst im Jahr 1814 wurde der Galgen abgebaut. Zur Eröffnung der Ausstellung “Buchen im Mittelalter” im Bezirksmuseum Buchen wurde ein dreischläfriger Galgen rekonstruiert und kann von Besucherinnen und Besuchern im Bezirksmuseum betrachtet werden. 

Quelle: Ebersold: Die Zent Buchen im Zeitalter der Aufklärung

Amtsverweser

Wussten Sie, dass die Stadt Buchen einmal für kurze Zeit von einem Amtsverweser geführt wurde?

Als am 1. Oktober 1974 die Stadt Buchen mit den Gemeinden Götzingen, Hainstadt, Hettigenbeuern und Hettingen zur Neuen Stadt Buchen fusionierte, musste ein neuer Gemeinderat und Bürgermeister gewählt werden. Bis zur Neuwahl oblag die Vertretung der Stadt einem Übergangsgemeinderat, der aus Mitgliedern der bisherigen Gremien gebildet wurde und insgesamt aus 67 Mitgliedern bestand. Dieser Übergangsgemeinderat wählte in seiner ersten Sitzung den Buchener Stadtrat und Fraktionsvorsitzenden der CDU, Josef Frank, zum Amtsverweser.

Quelle: Heimatbuch 50 Jahre Neue Stadt Buchen

Rentamt gestürmt

Wussten Sie, dass Hettinger Bürger zweimal das Gelände des heutigen Museumshofs stürmten?

Anfang März 1848 hatten die revolutionären Unruhen auch die Amtsstadt Buchen erreicht. Am Morgen des 9. März 1848 drangen aufständische Bauern aus der Umgebung in die Stadt ein und stürmten zum fürstlich-leiningischen Rentamt (heute Trunzerhaus). Als die Nachricht nach Hettingen gedrungen war, zogen auch Hettinger Bauern nach Buchen, um ihre abgelieferten Feldfrüchte aus der Zehntscheune zurückzuholen. Hatte die erste Stürmung einen sehr ernsten Hintergrund, war die Zweite 150 Jahre später rein symbolisch. Unter der Regie von Willi Müller und Manfred Pfaus erweckte die Hettinger Bevölkerung in dem Laienspiel “Höit is Freiheit, Höit is Refelution” die Geschehnisse wieder zum Leben und stellte die Plünderung der Zehntscheune auf der Bühne nach.

Quelle: Müller, Pfaus: Höit is Freiheit, Höit is Refelution

Stadtwald geschenkt?

Wussten Sie, dass Buchen den Stadtwald von einer Frau geschenkt bekam?

So lautet zumindest eine alte Sage. Demnach gehörte der große Wald links der Straße nach Hettigenbeuern einst der Freifrau von Bulau bei Amorbach. Eines Tages verirrte sich die Freifrau im Wald. Aus Angst nicht mehr herauszufinden, legte sie einen Schwur ab. Diejenige Stadt, an der sie herauskommen sollte, würde ihren Wald geschenkt bekommen. Nachdem sie lange umherirrte, kam sie bei Buchen schließlich aus dem Wald. Da die Freifrau von Bulau ihr Versprechen hielt, hat Buchen so viel Waldbesitz.

Quelle: Assion: Weiße Schwarze Feurige

24 Glocken im Stadtturm

Wussten Sie, dass in Buchen 2015 das Glockenspiel am Stadtturm installiert wurde?

Seit neun Jahren spielt das Glockenspiel im Buchener Stadtturm um kurz vor 10 Uhr, kurz vor 13 und kurz vor 16 Uhr verschiedene Melodien. Jahreszeitlich passend können hier verschiedene Lieder mit den 24 Glocken das Glockenspiels abgespielt werden. Die Kosten in rund 45.000 € wurden komplett aus Spenden finanziert – der größte Teil stammte aus einem der Stadt überlassenen Erbe.

(Quelle: Fränkische Nachrichten, 21.02.2015)

Schützen vs. Huddelbätze

Wussten Sie, dass einmal die Buchener Schützen gegen die Huddelbätze vorgehen sollten?

Im Jahr 1839 sah sich das Buchener Bezirksamt dazu veranlasst, die Buchener Schützen gegen die sogenannten “Huddelmänner” aufzubieten. Diese verweigerten jedoch den Gehorsam, da sie teilweise selbst zur Tanzmusik gehen oder nicht zum Kindergespött werden wollten. Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Huddelbätze mit ihren damaligen “eckelerregende[n] Masken” in den Augen der Öffentlichkeit und besonders der Obrigkeit nicht so gern gesehen. Dies zeigt auch eine Bekanntmachung von Bürgermeister Wilhelm Herth von 1867, in der unter anderem das Tragen von schmutzigen, ekelhaften Masken unter Strafe gestellt wurde. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurden vereinzelt noch sogenannte “Larven” (alte Bezeichnung für Gesichtsmaske) bei Huddelbätzen getragen. Auf Initiative des späteren “Huddelbätz-Vaters” Kurt Hemberger erlebte der Huddelbätz – endgültig ohne Maskierung –  ab den 1950er Jahren seinen Siegeszug und ist heute die mit Abstand beliebteste Buchener Faschenachtsfigur.

Quelle: Faschenacht in Buchen, 111 Jahre FG Narrhalla

Überregionales Interesse am Gänsemarsch

Wussten Sie, dass ein Beitrag am Buchener Gänsemarsch es bis in die “Bild am Sonntag” schaffte?

Der Krankenhausverwalter und Stadtrat Karl Müller war auch ein begeisterter Faschenachter. Eher unfreiwillig war er jedoch 1965 Bestandteil des Buchener Gänschemarsches und stand dann im Mittelpunkt eines kleineren Skandals. Auslöser war eine Nummer mit dem Titel “Autobahntragödie durch Fehlschaltung - Ein Rat kam unter die Räder”. Hierbei wurde ein angeblich fiktiver Autounfall, aber gleichzeitig auch eine Liebesaffäre inszeniert.  Müller empfand den Beitrag als Anspielung auf seinen eigenen Unfall bei einer Dienstreise wenige Monate zuvor, an dem auch eine junge Kollegin beteiligt war. Müller fühlte sich diskreditiert und ging wegen dem Vorwurf der üblen Nachrede gerichtlich gegen die Initiatoren vor. Der Fall schlug so hohe Wellen, dass auch die “Bild am Sonntag” einen Artikel darüber veröffentlichte. Konsequenzen gab es hingegen nicht, da die Initiatoren sich auf ihre faschenachtliche Kunstfreiheit beriefen. Zudem musste Müller erstmal beweisen, dass er bei der Nummer gemeint war.

Quelle: Wartturm 2023 Nr. 3+4

Immer diese "Schnorrer"

Wussten Sie, dass man in Buchen an Faschenacht “schnorren” ging?

Gabenheisch-Bräuche an Faschenacht gab es auch in der Geschichte der Stadt Buchen. Der Begriff “schnorren” verleitet in diesem Fall jedoch zu falschen Assoziationen. Gemeint ist hier eben nicht das Erbitten von Kleinigkeiten wie Zigaretten und Geld, ohne eine Gegenleistung zu erbringen. Das Wort leitet sich vom ursprünglichen  “Schnurren” ab, das eine Art Geräusch oder Klang durch Menschen, Tiere oder Musikinstrumente bezeichnet. Das “Schnorren” ist ein Bestandteil der ursprünglichen Buchener Faschenacht, bei dem der maskierte “Schnorrer” durch Verstellen der Stimme ihm bekannte Gäste in Wirtshäuser mit Witz und Situationskomik unterhielt. Spätestens um die Jahrtausendwende ist jedoch die Tradition des “Schnorrens” in Buchen weitestgehend ausgestorben.

Quelle: Faschenacht in Buchen

(Un)nützes Wissen

Wussten Sie, dass in Eberstadt eine berühmte Schriftstellerin lebte?

Juliana von Stockhausen, die durch ihre Mutter verwandtschaftliche Beziehungen zur Eberstadter Linie der Rüdt von Collenberg hatte, wollte schon als Kind Schriftstellerin werden. Bereits kurz nach ihrem 18. Geburtstag wurde mit „Das große Leuchten“ ihr erster Roman veröffentlicht. Dem Erstlingswerk folgten viele weitere Bücher, in denen sie historische Ereignisse gekonnt mit Protagonisten aus ihrer reichhaltigen Phantasie verband. Einen Teil ihres Werks verfasste Juliana von Stockhausen auf dem Eberstadter Schloss, das lange Jahre der Wohnsitz der Schriftstellerin war. Juliana von Stockhausen war nicht nur eine sehr talentierte, sondern auch eine überaus fleißige Schriftstellerin. Nach der Deutschen Nationalbibliothek hat sie ganze 45 Bücher geschrieben und veröffentlicht.

Quelle: Gehrig - Mutige Frauen ihrer Zeit

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